4. Fontane-Preis für junge Schreibende 2019

Wettbewerb

ausgelobt von der Theodor-Fontane-Gesellschaft e.V., in Kooperation mit der Fontane-Festspiele gUG und unterstützt von der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg

 

2. Preis, Klasse 7 bis 9

 

Björn Luca Baldschun, 14 Jahre, Neuruppin

Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium, Neuruppin, Klasse 9

 

Erlebnis: Brandenburg

Wie entdecke ich Brandenburgs beste Seiten? Als Antwort auf diese Frage stellen sich viele eine Reise zu jeder Großstadt oder Sehenswürdigkeit vor, jedoch ist sie gar nicht so kompliziert und kostenaufwendig, wie alle denken. Denn schließlich ist das Schönste auf dieser Welt nicht irgendeine Kirche oder ein Museum, sondern das Wunder der Natur. Und aus eigenen Erfahrungen kann ich allen sagen, nein, sogar versprechen, dass Angeln genau das Richtige ist.

Seit meiner frühen Kindheit verbringe ich meine Zeit am Wasser. Unter all den verschiedenen Fischarten wird explizit dem Karpfen meine Liebe gewidmet. Aus meinem Alltag ist er einfach nicht mehr wegzudenken, sei es der Karpfen als Hobby, als Haustier oder als Thema für das Schulreferat: Er ist in meinen Gedanken fest verankert.

Doch nun zurück zum Angeln. Das Schöne am Angeln ist, der Natur hautnah zu sein. Man hat einen Einblick in das Leben, wie es außerhalb von Fastfood und Abgasen ist. Und umso länger man da draußen ist, desto mehr erkennt man und umso mehr beruhigt es einen. Nach der dritten Session will man gar nicht zurück in die laute, chaotische und vor allem unruhige Stadt. Es ist wie eine zweite Welt, eine Wolke Sieben für Geist und Seele. Die sowohl wunderschöne als auch vielfältige Flora und Fauna, die man nirgendwo anders zu Gesicht bekommt, wirkt beinahe wie ein Traum. Jedoch berichte ich bis jetzt nur von der Oberfläche, denn das Wasser ist, mit dem richtigen Blick, mindestens genauso schön zu beobachten. Es ist immer ein Hingucker, wenn mal ein etwas größerer Karpfen springt. Genauso spannend sind aber auch die Luftbläschen an der Wasseroberfläche, denn da wird im Moment der Boden von Karpfen und Co nach Futter durchwühlt. Es ist schon irgendwie faszinierend zu sehen, wie viel man im Dunkeln an den Uferbereichen entdecken kann. Es beginnt bei Krebsen, Schleien oder auch Barschen und endet bei Aalen und Hechten. Ernst wird es sobald dem Köder Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es wird gewartet, bis der bis jetzt unbekannte Fisch den Haken geschluckt hat, um den Anhieb zu setzen. Sobald sich die Rute krümmt als wäre sie kurz vor dem Bruch steigt das Adrenalin. Der Kampf zwischen Fisch und Angler ist jedes mal ein einzigartiges Erlebnis. Ist dieses gewaltige Monster von Fisch gelandet, kann man sich vor Glück und Freude kaum noch halten. Am liebsten würde man vor Glück schreien. Von den meisten Karpfenanglern werden besonders kapitale Exemplare abgelichtet. Nach solch einem Abenteuer kann man den nächsten Ausflug zum Wasser kaum noch erwarten.

Brandenburg ist einzigartig, denn es gibt kaum einen anderen Ort an dem man so viele Gewässer finden kann. Es ist ein wahres Paradies für Angler und Naturfreunde. Um die Schönheit von Brandenburg zu erfassen reicht manchmal auch ein Ausflug in die Natur. Genau so wie ein gewisser Herr Theodor Fontane einst so treffend formulierte: „An jeder Stelle gleichen Reiz, erschließt dir die Ruppiner Schweiz.”