4. Fontane-Preis für junge Schreibende 2019

Wettbewerb

ausgelobt von der Theodor-Fontane-Gesellschaft e.V., in Kooperation mit der Fontane-Festspiele gUG und unterstützt von der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg

 

1. Preis, Klasse 10 bis 13

 

Ifat Mughal, 16 Jahre, Neuruppin

Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium, Neuruppin, 11. Klasse

 

Heimat.

Immer, wenn ich das Wort Heimat lese,

denke ich an verschiedene Dinge.

Ich denke unter anderem an den Geruch tausender Gewürze,

die zusammen doch etwas Harmonisches ergeben.

Ich denke daran, wie ich mit meinem Bruder singe,

auf- und abspringe, als hätten wir in diesen vier Wänden keine Sorgen.

Als gäbe es kein Gestern und kein Morgen,

sodass wir all unsere Energie im Heute verwenden.

Für mich ist Heimat Erinnerung an das alte Kinderzimmer,

welches durchleuchtet wurde bei Vollmond, von dem strahlenden Mondschein

oder an den Braschplatz, geradeaus aus dem Haus und immer weiter,

bis man ankam an dem Apfelbaum, an dessen Äste ich erst Jahre danach rankam.

Und dann war da der Platz mit dem Sandkasten …

Langsam, aber sicher an die Fähigkeiten der Älteren herantasten.

Es gab keinen Tag, an dem wir drinnen blieben und die Ereignisse draußen verpassten. 

Wir kannten diesen Ort wie unsere eigene Westentasche.

Immer wenn ich an Heimat denke,

dabei zwischen verschiedenen Orten hin- und herschwenke

und meinen Puls mit einer gewissen Freude langsam wieder senke. –

Nach einem sehr langen Tag frag ich mich, ob Heimat wirklich ein Ort sein muss.

Und ich vermag zu sagen, Heimat auch ein anderer Mensch sein kann.

Denn meine Heimat liegt in dir.

Sag ich ihr. 

Denn wenn wir beisammen sind, gibt es nichts, wofür ich mich interessiere:

Mutter.

Gibt es nichts, warum ich frier.

Du tust mir so gut, du bist mein Lebenselixier.

Deine Stimme klingt so schön wie ein perfekt gestimmtes Klavier.

Und auch, wenn ich mich mal verlier und das Ende und die Zeit nahen, weiß ich, du bist hier,

denn…

… Du bist meine Heimat