Zora del Buono
"Das Leben der Mächtigen: Reisen zu alten Bäumen"

Foto: Lisa Nalven

Zora del Buono, 1962 in Zürich geboren , studierte Architektur an der ETH Zürich und der Hochschule der Künste Berlin, arbeitete von 1990  bis 1995 als Entwurfsarchitektin und Bauleiterin in Berlin. 1996 war sie Gründungsmitglied und Kulturredakteurin von mare – die Zeitschrift der Meere, von 2001 bis 2008 stellvertretende Chefredakteurin von mare. Seit Sommer 2008 ist sie freie Autorin.

Wenn Bäume sprechen könnten, was würden sie uns erzählen? Zora del Buono hat sich zu den ältesten Bäumen Europas und NordamerikaBuono_del_Zoras aufgemacht, um den Geschichten dieser ungewöhnlichen, zum Teil Abertausende von Jahren alten Lebewesen zu lauschen. So besucht sie die Eibe Ankerwycke Yew, unter der Anne Boleyn erstmals ihrem späteren Ehegatten und Henker Henry VIII. begegnete, bewundert in Berlin die Dicke Marie, die den Humboldt-Brüdern einst als Spielplatz und Goethe als Schattenspender diente, bevor sie Hermann Göring zum Naturschutzdenkmal erkor und durchwandert im Schneesturm ein schwedisches Hochmoor, um den mit 9 500 Jahren ältesten Baum der Welt zu sehen, der so rührend klein und mager aussieht wie ein vergessener Weihnachtsbaum. Auf ihren Reisen trifft sie Indianer, Förster und Baumpfleger – und einen Klassenkameraden jener drogensüchtigen Frau, die eine 3 600 Jahre alte Sumpfzypresse niederbrannte. Mit viel Sinn für menschliche Abgründe und dendrologische Geheimnisse erzählt Zora del Buono die weit verzweigten Geschichten, die sich um die majestätischen Persönlichkeiten ranken – und lässt uns auch in ihren Baumfotografien an ihrer Faszination für die stummen Zeugen der Menschheit teilhaben.

So 15.05. | 11.00 Uhr | Beckers Scheune, Wuthenow
Das Laben der Mächtigen: Reisen zu alten Bäumen
(M) Andreas Knaesche